Praktische Ernährungsbildung für Kinder. Eine Initiative von

Sarah Wiener Stiftung Barmer GEK

Über die Initiative

„Selbst frisch kochen zu können macht viel Spaß und ist eine wichtige Alltagskompetenz.
Durch einen genussvollen Umgang mit Essen lernen Kinder ihrem eigenen Körper und Geschmack zu vertrauen.” 
Sarah Wiener

Kochen ist aktive Gesundheitsförderung

Bild von Sarah Wiener mit Kindern

Ich kann kochen! ist die erste und größte bundesweite Initiative für praktische Ernährungsbildung für Kinder im Rahmen des seit Januar 2016 geltenden Präventionsgesetzes, initiiert von der gemeinnützigen Sarah Wiener Stiftung und der BARMER.

Mit kostenfreien Fortbildungen und umfangreichen Bildungsmaterialien qualifizieren wir bundesweit pädagogische Fach- und Lehrkräfte dafür, in Kitas, Schulen und außerschulischen Lernorten mit Kindern zu kochen. Als sogenannte GenussbotschafterInnen geben die PädagogInnen anschließend ihr Wissen über Lebensmittel und Zubereitungsarten an die Kinder in ihren Einrichtungen weiter, vermitteln ihnen grundlegende küchenpraktische Fertigkeiten und begeistern sie dafür, sich selbst frische Mahlzeiten zubereiten zu können. Sie können mit ihrem Ernährungswissen auch Impulse zu einer schrittweisen Verbesserung der Ernährungssituation in der Einrichtung setzen.

Nur wer Kochkompetenzen besitzt und sich mit Lebensmitteln auskennt, ist auch in der Lage, sich selbstbestimmt und gesund zu ernähren. Und genau das wollen wir mit Ich kann kochen! erreichen.

Kinder wollen Dinge selbst ausprobieren – auch in der Küche

Wie schmeckt Rhabarber? Was sind Berberitzen? Wie fühlt sich eine Aubergine an? Und was kann man alles aus Kartoffeln machen? Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie lernen am besten, wenn sie Dinge selber ausprobieren dürfen. Das gilt auch in der Küche. Doch oftmals wissen Kinder heute nicht, wie sie sich eine leckere Mahlzeit selbst zubereiten können, wie viel Spaß das machen kann und welche Lebensmittel ihnen dafür zur Verfügung stehen. In vielen Familien wird nicht mehr frisch gekocht – und häufig auch nicht gemeinsam gegessen. Woher also sollen Kinder wissen, wie gesunde Ernährung schmeckt?


Falsche Ernährung hat schwerwiegende Folgen

Immer mehr Heranwachsende ernähren sich zunehmend ungesund und neigen häufiger zu Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Diabetes Typ 2. „Gerade heute, wo immer mehr Fertigprodukte den Lebensmittelmarkt überschwemmen und an jeder Straßenecke Fastfood lauert, brauchen wir Wissen über Lebensmittel“, sagt Stiftungsgründerin Sarah Wiener. Aktuelle Studien des Robert Koch-Instituts sowie der Deutschen Diabetes-Hilfe und der Deutschen Diabetes Gesellschaft zum Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen zeigen:

Sarah Wiener kocht gemeinsam mit Kindern

17 %

aller Kinder können nicht selbständig eine Mahlzeit zubereiten/ kochen nie.

50 %

aller Kinder essen weniger als drei Portionen Obst oder Gemüse am Tag.

1,9 Millionen

Kinder sind übergewichtig: Der Anteil der Übergewichtigen nimmt mit dem Lebensalter zu. 9 Prozent der 3- bis 6-Jährigen, 15 Prozent der 7- bis 10-Jährigen und 17 Prozent der 14- bis 17-Jährigen sind übergewichtig. Die Adipositas ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden. 

x 5

Die Zahl der Typ-2-Diabetes-Neuerkrankungen bei Kindern Jugendlichen hat sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht.

Kinder lernen kochen mit Sarah Wiener

Von Ernährungswissen ein Leben lang profitieren

Im Januar 2016 ist das neue Präventionsgesetz in Kraft getreten, das lebensstilbedingte Krankheiten wie Diabetes Typ 2 oder Adipositas (krankhaftes Übergewicht, Fettleibigkeit) eindämmen und die Menschen in jeder Altersgruppe zu einer gesunden Lebensweise anregen soll. Der bewussten und gesunden Ernährung von Kindern kommt in der Gesundheitsförderung und der Krankheitsprävention ein besonderer Stellenwert zu, denn nur aus gesunden Kindern können auch gesunde Erwachsene werden. Dazu soll die Initiative Ich kann kochen! beitragen. Für dieses Ziel arbeiten die Sarah Wiener Stiftung und die BARMER nun zusammen.

Erwachsenen gelingt es nur selten, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. In der Kindheit erlerntes Essverhalten wird in der Regel mit geringen Variationen ein Leben lang beibehalten. Deshalb ist es auch so wichtig, möglichst früh mit praktischer Ernährungsbildung anzufangen: Geschmack, Vorlieben und Essgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt. Wer also in jungen Jahren lernt, sich vernünftig zu ernähren, der profitiert sein Leben lang davon.

Über die Sarah Wiener Stiftung

Unter dem Motto „Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“ engagiert sich die gemeinnützige Sarah Wiener Stiftung bereits seit 2007. Ihre Mission ist es, die Ess- und Kochkultur für unsere und nachfolgende Generationen zu erhalten sowie Spaß am Kochen und an Genuss zu vermitteln. Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich selbstbestimmt und gesund ernähren zu können.

Kern der Stiftungsarbeit ist die Förderung des Ernährungsbewusstseins und der Ernährungsbildung von Kindern. Alle Programme der Stiftung möchten Kinder über die Zubereitung, Herkunft und Vielfalt von Lebensmitteln aufklären und ihnen vermitteln, wie sie sich ausgewogen und vielfältig ernähren können. Um möglichst viele Kinder zu erreichen, arbeitet die Stiftung mit einem Multiplikatorenansatz. Im Zentrum stehen dabei Fortbildungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte. Diese werden zu GenussbotschafterInnen ausgebildet und mit dem nötigen theoretischen und praktischen Wissen ausgestattet, um möglichst hürdenlos in ihren Einrichtungen Kochkurse für Kinder durchführen zu können. Die Stiftung verfolgt dabei einen nachhaltigen Ansatz, der nicht nur die Gesundheit der Kinder fördert, sondern auch die Umwelt, das Klima und die Bio-Diversität erhalten soll.

Als Ergänzung zu den Fortbildungen und Kinderkochkursen organisiert die Sarah Wiener Stiftung pro Jahr etwa 100 Exkursionen zu Bauernhöfen – damit die Kinder auch ganz praktisch erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen. Der Bauernhof als außerschulischer Lernort bietet die Möglichkeit, alles über Herkunft, Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln, deren regionale Vielfalt und Bedeutung für die eigene Ernährung und unsere Umwelt zu erfahren und zu erleben. Die Stiftung ist überzeugt, dass Kinder sich nur dann zu mündigen VerbraucherInnen entwickeln können, wenn sie Lebensmittel an den Ursprungsorten ihrer Entstehung kennen- und schätzen lernen. www.sarah-wiener-stiftung.de

Über die BARMER

Die BARMER ist mit rund 8,4 Millionen Versicherten die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands. Die BARMER widmet sich mit großem Engagement der Prävention und Gesundheitsförderung. Sie unterstützt ihre Versicherten unter anderem durch die Förderung von Gesundheitskursen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung dabei, für die eigene Gesundheit aktiv zu werden. Darüber hinaus unterstützt die BARMER Initiativen und Projekte in Lebenswelten – dort, wo die Menschen leben und sich aufhalten. Im Fokus stehen dabei die Lebenswelten von Kindern, Erziehern, Pädagogen und Eltern. www.barmer.de


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