Jede fünfte Kita in Nordrhein-Westfalen kann kochen

© Sarah Wiener Stiftung | Janine Schmitz/photothek.net – 20. Februar, Köln. (v.l.n.r) Genussbotschafterin Kerstin Döller, BARMER Landesgeschäftsführer Heiner Beckmann und Stiftungsgründerin Sarah Wiener auf der didacta Bildungsmesse.

Köln, 20. Februar 2019. Schätzungsweise 80.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen profitieren von der bundesweit größten Ernährungsinitiative Ich kann kochen! seit deren Gründung 2016. Dazu hat die Initiative der Sarah Wiener Stiftung und der BARMER bislang rund 3.300 Pädagogen aus 2.000 Kitas, Grundschulen, Horten und außerschulischen Lernorten in NRW fortgebildet. Als Genussbotschafter sind sie qualifiziert, den Heranwachsenden die Grundlagen ausgewogener Ernährung und des Kochens beizubringen. Das geht aus einer Zwischenbilanz hervor, die die Initiatoren am Mittwoch auf der Didacta in Köln gezogen haben. Demnach gebe es bundesweit inzwischen ca. 13.800 Genussbotschafter, allerdings in keinem anderen Bundesland annähernd so viele wie in NRW. „Jede fünfte Kita und jede zehnte Grundschule in NRW nimmt bereits an Ich kann kochen! teil. An den bisherigen Erfolg möchten wir anknüpfen und im Jahr 2019 mindestens 1.700 weitere Genussbotschafter in NRW fortbilden. Zudem fördern wir teilnehmende Einrichtungen mit bis zu 500 Euro für den Einkauf von Lebensmitteln“, sagte Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER.

Genussbotschafter sind Vorbild und Vertrauenspersonen für die Kinder 

„Wenn die Genussbotschafter mit den Mädchen und Jungen Apfelsorten verkosten oder das Gemüse für die Lieblingspizza selber schnippeln, wird Ernährung für sie ein besonderes und zugleich alltägliches Erlebnis. Als Vorbild und Vertrauensperson geben sie den Kindern dabei etwas unglaublich Wichtiges mit auf den Weg: Verantwortungsbewusstsein für den eigenen Körper“, würdigte Köchin und Stiftungsgründerin Sarah Wiener die zentrale Rolle der Pädagogen. Verschiedene Studien belegen, dass sich immer weniger Kinder mit frischen Lebensmitteln und ausgewogener Ernährung auskennen. Immer weniger Familien bringen ein selbst zubereitetes Essen auf den Tisch. Alltagswissen rund um das Kochen geht so verloren, gleichzeitig nehmen ernährungsbedingte Krankheiten zu. Mit Ich kann kochen! wollen die Initiatoren diesen Trend umkehren.

Unterstützung über Fortbildungen und Onlineportal

In den eintägigen Ich kann kochen!-Fortbildungen erlernen die Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen zuerst die Grundlagen des Kochens mit Kindern. Über das Onlineportal der Initiative können die Teilnehmenden später begleitende Bildungsmaterialien wie einen Einsteiger-Kochkurs, saisonale Rezepte und Tipps zur Umsetzung der Inhalte in der pädagogischen Praxis kostenfrei abrufen. „Nahezu alle Kinder kochen gerne mit. Bereits eine Brotverkostung oder das gemeinsame Anrühren von Vanille- oder Kräuterquark beeinflussen den Geschmack und das Essverhalten der Kleinen positiv“, berichtete Kerstin Döller, pädagogische Fachkraft an der Lindenbornschule in Köln, von ihren Erfahrungen als Genussbotschafterin.

Über die Initiative Ich kann kochen!

Die gemeinnützige Sarah Wiener Stiftung und die Krankenkasse BARMER haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder frühestmöglich für eine vielseitige Ernährung zu begeistern. Ich kann kochen! vermittelt Kindern praxisnah und alltagstauglich, wie viel Spaß es macht, sich selbst eine frische Mahlzeit zuzubereiten. Die Initiative will Wissen über ausgewogene Ernährung fördern und helfen, ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen. In den kommenden Jahren will Ich kann kochen! bundesweit mehr als eine Million Kinder erreichen. Es ist damit die größte bundesweite Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern. Ich kann kochen! ist Projektpartner von IN FORM, dem Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung für gesunde Ernährung und mehr Bewegung in Deutschland. Weitere Informationen unter www.ichkannkochen.de.