Ich kann kochen! ist Deutschlands größte Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern

Mit ihrer Initiative begeistern die Sarah Wiener Stiftung und die BARMER Hand in Hand mit pädagogischen Fach- und Lehrkräften Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren für das Kochen und eine ausgewogene Ernährung.

Selbst frisch kochen zu können macht viel Spaß und ist eine wichtige Alltagskompetenz. Durch einen genussvollen Umgang mit Essen lernen Kinder ihrem eigenen Körper und Geschmack zu vertrauen.

Sarah Wiener, Stiftungsgründern und Köchin

Die Ernährung in Kindertagen ist prägend, deshalb beginnt Ernährungsbildung bei uns schon ab dem Kita- und Grundschulalter. Wir sind überzeugt: Das Kennenlernen von frischen Zutaten und das gemeinsame Arbeiten in der Küche sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Ernährung. Ich kann kochen! legt den Grundstein, damit Kinder gesund aufwachsen können.

Darum sollten Kinder kochen lernen:

  • Kinder lernen Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.
  • Mädchen und Jungen entdecken, wie schmackhaft selbst zubereitetes Essen ist.
  • Selbst Gekochtes weckt die Neugier auf frische Lebensmittel.
  • Kinder lernen, ihr Essen mehr zu genießen und wertzuschätzen.
  • Das gemeinsame Kochen unterstützt soziale und motorische Fertigkeiten und fördert die sprachliche Entwicklung.
  • Und: Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert nachhaltig die Gesundheit der Kinder.

Leider machen heute immer weniger Kinder eigene Kocherfahrungen zu Hause oder in Kita und Schule. Sie sehen ihr Essen meistens erst, wenn es vor ihnen auf dem Teller liegt. Die Folge: Das Wissen über frische Lebensmittel, ihre Herkunft und Zubereitung schwindet. Gleichzeitig sind Krankheiten wie Übergewicht oder Diabetes, Typ 2, auch bei Kindern auf dem Vormarsch.

Gemeinsam mit Deutschlands pädagogischen Fach- und Lehrkräften will Ich kann kochen! diesem Trend entgegenwirken: Wir zeigen Kindern, wie viel Spaß es macht, sich sein Essen selbst und frisch zu kochen. In kostenfreien Fortbildungen machen wir ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und GrundschullehrerInnen fit für das pädagogische Kochen mit Kindern. Bundesweit, praxisnah und alltagstauglich. Ich kann kochen! ist Projektpartner von IN FORM, dem Aktionsplan der Bundesregierung für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Mehr lesen über das Angebot für pädagogische Fach- und Lehrkräfte

Ich kann kochen! in Zahlen

20.098

ErzieherInnen, LehrerInnen sowie andere pädagogische Fachkräfte wurden zu Genussbotschafterinnen fortgebildet.

11.641

Einrichtungen sind Teil der Initiative, darunter 5.616 Kitas und 2.146 Grundschulen.

> 1 Mio

Kinder hat Ich kann kochen! in den ersten fünf Jahren erreicht.


Gemeinsam engagiert für gesunde Kinder

Ich kann kochen! ist eine Kooperation der Sarah Wiener Stiftung mit der BARMER. Mit vereinten Kräften wollen wir Mädchen und Jungen frühestmöglich für ausgewogene Ernährung begeistern und ihre Gesundheitskompetenz nachhaltig stärken.

Mehr zu den Initiatorinnen 

Sarah Wiener und Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender BARMER im Interview

Weshalb ist es so wichtig, dass Kinder selbst kochen lernen?

Wiener: Wir müssen alle essen, also sollten wir alle auch kochen lernen. Leider kochen immer weniger Familien mit ihren Kindern oder wissen, wie das geht. Dadurch entfernen wir uns vom eigenen Körper, verlieren die Souveränität über unsere Ernährung und Gesundheit. Jeder Mensch sollte sich selbstständig, frisch, vielseitig und gesund von möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln ernähren können.

Straub: Ein immer größerer Anteil der Kinder und Jugendlichen ist heute fehlernährt, übergewichtig und zum Teil fettleibig, was im Erwachsenenalter nur schwer rückgängig zu machen ist. Deutliches Übergewicht ist ein Risikofaktor für sehr viele Erkrankungen. An diesem Punkt wollen wir mit unserer Initiative Ich kann kochen! präventiv gegensteuern, indem wir Kinder früh an gesundes Essen heranführen. Dafür müssen wir bei ihnen ein Bewusstsein entwickeln; und zwar gemeinsam mit Fachkräften, Einrichtungen und Trägern – und natürlich auch die Eltern ins Boot holen.

Wie kann das Wissen über gute Ernährung auch in den Küchen der Eltern ankommen?

Straub: Es ist wichtig, die Eltern aktiv einzubeziehen. Wir liefern dazu Informationsmaterial und geben Anregungen für die Elternarbeit. Zum Beispiel, dass die Kinder bei gemeinsamen Festen etwas zu essen vorbereiten oder die Rezepte zum Nachkochen mit nach Hause bekommen.

Ist gesunde Ernährung eine Preisfrage?

Wiener: Nein. Aber gesundes Essen bedeutet etwas mehr Aufwand. Es ist leichter, ein Tiefkühlfertiggericht aufzuwärmen als – häufig zu einem niedrigeren Preis – frische Lebensmittel, Obst und Gemüse einzukaufen und zuzubereiten. Und darum wollen wir, dass diese Kochkompetenz nicht verloren geht und Kinder erfahren: selbst und frisch gemacht schmeckt uns häufig noch besser.

Welche Kniffe gibt es, um Kinder an Obst und Gemüse heranzuführen?

Wiener: Unsere Erfahrung ist: mitmachen lassen. Am besten vom Acker, vom Beet direkt in die Küche. Man sollte die Kreativität und Neugier der Kinder fördern, sie ausprobieren lassen und ihnen vertrauen. Kinder verweigern oft Essen, weil sie keinen Bezug dazu haben. Wenn sie es selbst zubereiten und wissen, was da drin ist, sind sie meist sehr stolz und wollen es auch probieren – seien es Artischockenböden mit Knoblauch-Mayonnaise!

Wie können Kitas und Grundschulen dazu beitragen, dass Kinder gesunde Esser werden?

Straub: Wenn wir das Essverhalten von Kindern verändern und eine nachhaltige Entwicklung in Gang setzen wollen, müssen wir genau mit diesen Einrichtungen zusammenarbeiten. ErzieherInnen sind Vorbilder und Einrichtungsträger können pädagogische Kochangebote direkt im Alltag der Kinder verankern. Viele bereiten zum Beispiel schon Zwischenmahlzeiten selbst zu oder gründen Speiseplan- Komitees.

Was ist ihr Fazit nach fünf Jahren Ich kann kochen!?

Wiener: Wir sind dankbar, stolz und euphorisch! Ich bin jedes Mal begeistert, wenn ich eine Ich kann kochen!-Gruppe treffe, erlebe, wie die Kinder mit den Lebensmitteln umgehen, wie sie das Kochen und die gemeinsamen Mahlzeiten genießen. Die GenussbotschafterInnen leisten unglaublich tolle Arbeit! Straub: Ja, das Schöne ist: wir wirken! Das hat auch die Evaluation gezeigt. Die GenussbotschafterInnen und Kinder sind motiviert, sie haben Spaß an ausgewogener Ernährung, probieren, kochen selbst. Und das bundesweit – ich freue mich sehr über die große Resonanz, die Ich kann kochen! in den letzten fünf Jahren gefunden hat.

Wie geht es in den kommenden Jahren weiter mit der Initiative?

Straub: Wir wollen weiterwachsen – auch in unserer Qualität und Wirkung. Die Ergebnisse der Evaluation haben gezeigt: Wir machen mit Ich kann kochen! schon sehr viel richtig, und können natürlich noch einiges besser machen. Dafür wollen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen, damit unsere Bildungsangebote passgenauer werden und um den Austausch zwischen den GenussbotschafterInnen zu fördern. Auch die Eltern stärker für die praktische Ernährungsbildung zu gewinnen, den Weg von den Einrichtungen in die Familien zu ebnen, ist unser Ziel für die nächsten Jahre.

Wiener: Mit Ich kann kochen! haben wir eine starke und wirksame Initiative ins Leben gerufen, darum kann es nur heißen: Wir kochen natürlich weiter! Am besten in jeder Kita und Grundschule, mit allen Kindern!

Das ist Ich kann kochen!

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Das Team von Ich kann kochen!

Das 30-köpfige Ich kann kochen!-Team der Sarah Wiener Stiftung vereint das Wissen aus verschiedenen Fachbereichen. Wir arbeiten mit Herz und Verstand für ein gemeinsames Ziel: Kinder für ausgewogene und frische Ernährung zu begeistern. Lernen Sie die Menschen hinter Ich kann kochen! kennen und finden Sie Ihre Ansprechperson.

Zu den AnsprechpartnerInnen


Partner der Initiative

Ich kann kochen! arbeitet mit zahlreichen Akteuren zusammen, darunter Träger, Verbände, Kommunen, Volkshochschulen, Familienbildungsstätten sowie Fachinstitutionen und Initiativen in den Bereichen Gesundheitsprävention, Bildung und Ernährung. Uns verbindet ein Ziel: möglichst vielen Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Zu den Partnern 

Ich kann kochen! wird wissenschaftlich begleitet

Um die Wirkung der Initiative zu erfassen und ihre Qualität weiter zu steigern, wird Ich kann kochen! umfassend von zwei Teams mit WissenschaftlerInnen der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und der Friedrich-Schiller-Universität Jena evaluiert.

Mehr zur Evaluation