Eltern auf den Geschmack bringen

Wenn Eltern Anregungen der GenussbotschafterInnen aufnehmen und im Familienalltag umsetzen, erhöht dies die Wirkung der praktischen Ernährungsbildung. Im Sinne einer gelingenden Erziehungspartnerschaft ziehen Familien und Einrichtungen bestenfalls an einem Strang, verfolgen gemeinsame Ziele und arbeiten zusammen.

Für Einrichtungen bietet die praktische Ernährungsbildung wiederum eine große Chance, Eltern einzubeziehen und sich mit ihnen auszutauschen. Schließlich spielen das Thema Essen und das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder eine große Rolle für sie. Zudem lassen sich Kochangebote mit Unterstützung der Eltern leichter dauerhaft umsetzen.

In der Praxis erfolgt die Einbindung der Eltern auf unterschiedlichen Wegen: GenussbotschafterInnen und Einrichtungsleitungen informieren sie entweder direkt, beispielsweise auf Elternabenden, oder sie laden sie ein, am Kochen mit den Kindern teilzunehmen und sie zu unterstützen. Häufig werden Eltern aber auch indirekt durch die Kinder eingebunden, wenn diese ihnen von Ich kann kochen!-Aktivitäten und -Erlebnissen berichten und sie auch zu Hause umsetzen wollen.

Wir unterstützen deshalb GenussbotschafterInnen und Einrichtungsleitungen gezielt dabei, Eltern über praktische Ernährungsbildung zu informieren und sie aktiv einzubeziehen: Elternansprache und -einbindung sind wichtige Themen in unseren Fortbildungen. Wir bieten dazu auch Materialien an, wie zum Beispiel Familienvarianten der Ich kann kochen!-Rezepte oder aufbereitete Informationen zur Ernährung und Ernährungsbildung für Elternabende.

Zur Familienküche

Ergebnisse und Empfehlungen der Evaluation

Im Rahmen der Evaluation wurde untersucht, ob und wie Eltern über die praktische Ernährungsbildung informiert sind, sie in Aktivitäten einbezogen werden Eltern und unsere Initiative in die Familien hineinwirkt. Dazu haben die Forschungsteams GenussbotschafterInnen, Einrichtungsleitungen sowie Eltern und Kinder befragt.

Elternarbeit und Transfer

Die Evaluation zeigt, dass die Eltern tatsächlich in die Angebote der praktischen Ernährungsbildung einbezogen werden. Jede/r dritte GenussbotschafterIn gab dies für die eigenen Ich kann kochen!-Aktivitäten an. In den direkt befragten Kitas war es sogar fast die Hälfte. Eltern werden hier beispielsweise bei der Erstellung des Speiseplans, Elternabenden oder monatlichen Kochkursen eingebunden. Zudem werden sie gezielt bei Aktivitäten wie Sommerfesten oder Eltern-Kind-Aktionen beteiligt. Auch für zu Hause bekommen Kinder und Eltern Anregungen und Rezepte mit.

Die Befragung der Eltern in Kitas ergab, dass ihnen die Themen Essen und Ernährung wichtig sind.

Die Kinder berichten ihnen größtenteils von Aktionen mit Lebensmitteln oder vom Kochen in der Einrichtung. Etwa zwei Drittel der Kinder aus den untersuchten Ich kann kochen!-Kitas möchten die entsprechenden Aktivitäten auch daheim umsetzen. Bringen die Kinder konkrete Ideen mit nach Hause, greifen die Eltern sie auf.

In fast der Hälfte der Einrichtungen wurde Ich kann kochen! bei Elternabenden oder anderen Informationsveranstaltungen erwähnt. Die Evaluation zeigt aber auch, dass viele GenussbotschafterInnen nicht sicher sind, ob die Eltern über die Initiative Bescheid wissen.

Empfehlungen

Das Team der Universität Jena empfiehlt, Eltern noch stärker und systematischer einzubinden. Wie relevant dies für den nachhaltigen Transfer und die Sicherung des Lernertrags der Kinder ist, soll in den Fortbildungen ebenso betont werden wie Ansätze der Elternarbeit. Diesen Hinweis haben wir in der Ich kann kochen!-Aufbaufortbildung bereits aufgenommen, in der Elternarbeit ein Thema ist. Künftig wollen wir unsere Bildungsmaterialien und -angebote noch mehr auf die Bedarfe der Eltern ausrichten und sie noch stärker ansprechen und einbinden.

Jetzt herunterladen:

„5 Jahre Ich kann kochen! – Praktische Ernährungsbildung, die wirkt“: Alle Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation und zur Wirkung von Ich kann kochen! auf einen Blick

 

Zum Bericht (PDF)