Pädagogische Fach- und Lehrkräfte stärken

Seit Mitte 2016 haben sich über 20.000 pädagogische Fach- und Lehrkräfte, KöchInnen und Küchenfachkräfte zu Ich kann kochen!-GenussbotschafterInnen fortgebildet. Entsprechend heterogen ist der Kreis der Teilnehmenden in den Fortbildungen. Gleiches gilt für ihre Vorerfahrungen in der praktischen Ernährungsbildung sowie die räumlichen und allgemeinen Rahmenbedingungen in ihren Einrichtungen.

Ich kann kochen! möchte einerseits NeueinsteigerInnen wichtige Grundlagen vermitteln und andererseits erfahrenen Fach- und Lehrkräften neue Impulse für ihre weitere Arbeit mitgeben.  Neben Hintergrundwissen, praktischen Tipps, Fähigkeiten und Fertigkeiten spielt dabei die eigene Haltung eine zentrale Rolle. Mit den Ich kann kochen!-Fortbildungen sowie unseren vertiefenden Bildungsmaterialien und Selbstlernangeboten im Online-Portal wollen wir folgende Lern- und Wirkungsziele erreichen:

Wissen
Die GenussbotschafterInnen kennen die zentralen Aspekte der Entwicklung des kindlichen Ernährungs- und Essverhaltens, wissen um die Anforderungen und Rahmenbedingungen des pädagogischen Kochens und haben Ideen zur Umsetzung. Sie verfügen über grundlegendes Wissen rund um ausgewogene Ernährung sowie Kenntnisse zum Ursprung und der Zubereitung von Lebensmitteln.

Fähigkeiten und Fertigkeiten
Die GenussbotschafterInnen können Angebote der Ernährungsbildung planen, organisieren und pädagogisch gestalten, sodass sie  Lebensmittel mit den Kindern sinnlich erfahren und verarbeiten können. Sie beherrschen die notwendigen Küchentechniken, um Kinder sicher am Herd und Schneidebrett anzuleiten.

Motivation, Selbstwirksamkeit und Haltung
Die GenussbotschafterInnen fühlen sich in der Lage und sind motiviert, pädagogische Angebote der Ernährungsbildung umzusetzen. Sie zeigen eine wertschätzende und achtsame Haltung gegenüber Lebensmitteln in der Küchenpraxis und zur gemeinsamen Esskultur. Sie sind sich dabei ihrer eigenen Haltung und ihrer Rolle als Vorbilder für die Kinder bewusst.

Wenn wir mit unserem Erzieher kochen, dann gehen wir einkaufen, schneiden Kräuter, Gemüse und Obst, vermischen Zutaten, tun Nudeln in heißes Wasser, rühren Quark und Joghurt, reiben Käse und schlagen Eier auf.

Jelena, 9 Jahre, Hort der 8. Grundschule Dresden

Ergebnisse und Empfehlungen der Evaluation

Die Teams der PH Schwäbisch Gmünd und der Universität Jena führten eine umfangreiche und mehrstufige Befragung der GenussbotschafterInnen durch. Sie untersuchten, welche  Kompetenzen und Erfahrungen im Kochen und welche Qualifikationen die Teilnehmenden zu Beginn der Fortbildung mitbringen. Im Fokus standen außerdem die Selbstwirksamkeitserwartung und Motivation der GenussbotschafterInnen und, damit zusammenhängend, ihre Umsetzung von Ich kann kochen!-Angeboten in den Einrichtungen.

Qualifikation

Die EvaluatorInnen stellten fest, dass Ich kann kochen! die anvisierte Zielgruppe erreicht und wir damit eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung der Initiative erfüllen. Die Teilnehmenden sind mehrheitlich im Kita-Bereich und in der Grundschule tätig – sie sind ErzieherInnen, KinderpflegerInnen und Lehrkräfte. Darüber hinaus interessieren sich auch Angehörige anderer Berufsgruppen und Auszubildende für die Tätigkeit als GenussbotschafterIn.

In ihren Qualifikationen ist die Gruppe der GenussbotschafterInnen insgesamt relativ heterogen. Ihr Ernährungswissen und ihre entsprechenden Kompetenzen sind im Mittel durchschnittlich. Einige hatten zum Zeitpunkt der Fortbildung nur ein sehr geringes Ernährungswissen. Jede/r zweite/r der Teilnehmenden bringt bereits Vorerfahrungen im pädagogischen Kochen mit.

Selbstwirksamkeit und Motivation

Nach der Ich kann kochen!-Fortbildung fühlt sich der überwiegende Teil der GenussbotschafterInnen darin bestärkt, Gerichte und Mahlzeiten mit Kindern zubereiten zu können. Sie erleben sich als kompetent im pädagogischen Kochen, trauen sich die Umsetzung von Ich kann kochen!-Angeboten zu und sind mit ihren dahingehenden Fähigkeiten zufrieden. Die Evaluation zeigt aber auch, dass sie nach zwölf Monaten einen signifikanten – aber nicht ungewöhnlichen – Praxisschock erleben, der allerdings bei den GenussbotschafterInnen, die vor der Fortbildung bereits Erfahrungen im pädagogischen Kochen hatten, deutlich geringer ausfällt. Gleiches gilt für GenussbotschafterInnen ohne Vorerfahrung, die von der Einrichtungsleitung unterstützt werden. Die intrinsische Motivation, mit den Kindern in ihren Einrichtungen Nahrung zuzubereiten, ist und bleibt dagegen nach der Fortbildung sehr stark. Das zeigt, dass die Fach- und Lehrkräfte großes Interesse am pädagogischen Kochen haben.


Umsetzung

Eine zentrale Erkenntnis der Evaluation ist, dass die ausgebildeten GenussbotschafterInnen das in der Fortbildung Erlernte in ihren Einrichtungen umsetzen. Nach der Fortbildung

  • bereitet tatsächlich jede/r zweite GenussbotschafterIn häufiger Nahrung mit Kindern zu als zuvor.
  • setzt die Mehrheit bereits im ersten Monat Kochangebote um.
  • nehmen drei von vier GenussbotschafterInnen neue Elemente in ihre Aktivitäten auf oder verändern diese, indem sie zum Beispiel neue Lebensmittel ausprobieren, den Kindern  Verkostungen anbieten oder stärker auf Regionalität, Ökologie und umweltgerechte Verpackungen achten.

GenussbotschafterInnen sind mehrheitlich in der Kita (Ü3) oder Grundschule tätig. Über 40 Prozent von ihnen geben zwölf Monate nach der Fortbildung an, dass sie dies im Rahmen eines dauerhaften Angebots tun. In der Schule werden Ich kann kochen!-Angebote überwiegend außerhalb des regulären Unterrichts umgesetzt – während der Nachmittagsbetreuung oder als Arbeitsgemeinschaft. Als Teil des Unterrichts werden sie sowohl fachbezogen als auch fachübergreifend angeboten.

Wichtige Gelingensfaktoren sind neben der Motivation und Erfahrung der GenussbotschafterInnen, ihre Bereitschaft, Kompetenzen auch nach der Fortbildung zu erweitern – zum Beispiel, indem sie das Online-Portal nutzen – und ihr Bestreben, die Gesundheit der Kinder zu fördern. Eine große Rolle spielt zudem ihr Wunsch, in den Einrichtungen Dinge zu verändern und das Thema Kochen voranzubringen. Dies spiegelt sich in der Feststellung der EvaluatorInnen der Uni Jena wieder, dass die Unterstützung der Einrichtungsleitung die Umsetzung von Kochangeboten erleichtert und somit ein wesentlicher Gelingensfaktor ist.

Dem gegenüber stehen Herausforderungen auf struktureller Ebene. Ein unzureichender Betreuungsschlüssel und, damit eng verbunden, zu wenig Zeit sind die relevantesten Hürden bei der Umsetzung von Ich kann kochen!. Daneben erschweren vor allem Finanzierungsprobleme und eine mangelnde Ausstattung das Angebot. Meist gibt es in den Einrichtungen zwar eine Küche, sie ist aber nicht immer für das Kochen mit Kindern nutzbar.

GenussbotschafterInnen sind mehrheitlich in der Kita (Ü3) oder Grundschule tätig. Über 40 Prozent von ihnen geben zwölf Monate nach der Fortbildung an, dass sie dies im Rahmen eines dauerhaften Angebots tun. In der Schule werden Ich kann kochen!-Angebote überwiegend außerhalb des regulären Unterrichts umgesetzt – während der Nachmittagsbetreuung oder als Arbeitsgemeinschaft. Als Teil des Unterrichts werden sie sowohl fachbezogen als auch fachübergreifend angeboten.

Wichtige Gelingensfaktoren sind neben der Motivation und Erfahrung der GenussbotschafterInnen, ihre Bereitschaft, Kompetenzen auch nach der Fortbildung zu erweitern – zum Beispiel, indem sie das Online-Portal nutzen – und ihr Bestreben, die Gesundheit der Kinder zu fördern. Eine große Rolle spielt zudem ihr Wunsch, in den Einrichtungen Dinge zu verändern und das Thema Kochen voranzubringen. Dies spiegelt sich in der Feststellung der EvaluatorInnen der Uni Jena wieder, dass die Unterstützung der Einrichtungsleitung die Umsetzung von Kochangeboten erleichtert und somit ein wesentlicher Gelingensfaktor ist.

Dem gegenüber stehen Herausforderungen auf struktureller Ebene. Ein unzureichender Betreuungsschlüssel und, damit eng verbunden, zu wenig Zeit sind die relevantesten Hürden bei der Umsetzung von Ich kann kochen!. Daneben erschweren vor allem Finanzierungsprobleme und eine mangelnde Ausstattung das Angebot. Meist gibt es in den Einrichtungen zwar eine Küche, sie ist aber nicht immer für das Kochen mit Kindern nutzbar.

Empfehlungen

Die Qualität der Umsetzung von Ich kann kochen!-Angeboten sicherzustellen, sehen die EvaluatorInnen als besondere Herausforderung, weil es keine Vorgaben zur fachlichen Qualifikation der GenussbotschafterInnen, zu ihren Aktivitäten in den Einrichtungen (im Sinne eines standardisierten Programms oder bei der Verwendung von Rezepten) oder zur Nutzung der Bildungsmaterialien gibt. Die Qualitätssicherung soll daher bei der weiteren Entwicklung von Ich kann kochen! besonders berücksichtigt werden.

Eine zentrale Empfehlung war es, den Umfang der Fortbildung zu erhöhen und dabei die spezielle Fachdidaktik der Ernährungsbildung sowie die Themen Geschmack und Genuss noch stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollten Auswahl und Zusammenstellung gesundheitsförderlicher Rezepte noch mehr Gewicht und wenig erfahrene GenussbotschafterInnen insgesamt deutlich klarere Hinweise und Hilfestellungen erhalten. Mit der Entwicklung unseres konsekutiven Fortbildungsangebots haben wir diese Empfehlungen bereits 2019 aufgenommen. Insbesondere unser Praxisplaner, den die GenussbotschafterInnen in der Aufbaufortbildung kennenlernen, ist ein wichtiges Werkzeug zur Qualitätssicherung. Zudem sind die empfohlenen inhaltlichen Weiterentwicklungen in unsere Bildungsmaterialien eingeflossen. So wurden beispielsweise die Lernziele noch eindeutiger formuliert und pädagogische Hinweise ergänzt.

Bezüglich der heterogenen Zusammensetzung des Kreises der Fortbildungsteilnehmenden regten die EvaluatorInnen eine Ausdifferenzierung unseres Fortbildungsangebots an. Eine Möglichkeit sind unterschiedliche Fortbildungskonzepte für pädagogische Fachkräfte aus dem Kita-, sowie dem schulischen und außerschulischen Bereich. So lassen sich die jeweiligen Rahmenbedingungen für die Umsetzung gezielter thematisieren. Alternativ können Theorie, Fachdidaktik und Praxis modularisiert werden, wodurch sich TeilnehmerInnen gezielter qualifizieren können.

Diese Ausdifferenzierung können wir durch unser Angebot individueller Fortbildungstermine in Teilen bereits leisten, und wir wollen künftig die Möglichkeiten der ortsunabhängigen Online-Fortbildungen stärker nutzen. Zudem werden wir an der weiteren Modularisierung der Angebote arbeiten.

Jetzt herunterladen:

„5 Jahre Ich kann kochen! – Praktische Ernährungsbildung, die wirkt“: Alle Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation und zur Wirkung von Ich kann kochen! auf einen Blick

 

Zum Bericht (PDF)