Kita- und Grundschulkinder begeistern

Wichtiges Ziel der Initiative ist, dass Kinder mit den GenussbotschafterInnen die Vielfalt der Lebensmittel mit Freude und Genuss kennenlernen und sich an Kochtopf und Schneidebrett selbstwirksam bei der Zubereitung von Nahrung erleben können – ganz praktisch, durch eigenes Handeln. Aus unserer Wirkungslogik und unserem pädagogischen Ansatz ergeben sich für Ich kann kochen! folgende Lern- und Wirkungsziele bei Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren:

Wissen
Sie erwerben altersgemäß Wissen über Lebensmittel, ausgewogene Gerichte, Grundlagen der Nahrungszubereitung, Hygiene und Esskultur.

Fähigkeiten und Fertigkeiten
Die Kinder lernen, begleitet zu kochen, und entwickeln ihre feinmotorischen Fertigkeiten weiter. Sie trainieren ihre Selbstwahrnehmung, erleben bewusst die Vielfalt unserer Lebensmittel und der Geschmäcker und können üben, diese zu beschreiben.

Motivation, Selbstwirksamkeit und Haltung
Die Kinder entwickeln eine positive Haltung und Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln, selbstgekochtem Essen und dem Thema Essen und Trinken im Allgemeinen. Sie sind motiviert, mit Neugier und Freude selbstsicher Nahrung zuzubereiten und genießen das gemeinsame Essen.

Bei Ich kann kochen! finde ich besonders gut, dass wir mit Werkzeugen arbeiten dürfen. Ich habe gelernt, mit dem Messer umzugehen und Sachen in Stücke zu schneiden.

Felix, 9 Jahre, Hort der 8. Grundschule Dresden

Ergebnisse und Empfehlungen der Evaluation

Die WissenschaftlerInnen untersuchten zum einen die Umsetzung von Ich kann kochen! in den Einrichtungen und zum anderen die genauere Wirkung der Angebote auf die Kinder. Dazu wurden GenussbotschafterInnen etwa zwölf Monate nach ihrer Teilnahme an der Ich kann kochen!-Fortbildung befragt. Außerdem besuchte das Forschungsteam der Universität Jena im gesamten Bundesgebiet Grundschulen und das Team der PH Schwäbisch Gmünd Kitas mit Ich kann kochen!-Angeboten. Dort befragten sie Kinder, GenussbotschafterInnen,  Einrichtungsleitungen und Eltern. Die Anzahl der besuchten Kitas und Grundschulen war relativ klein. Eine erweiterte Stichprobe sowie eine Kontrollgruppe wären für zukünftige
Untersuchungen wünschenswert, um die Qualität der Ergebnisse weiter zu erhöhen und auf ihre Reproduzierbarkeit zu überprüfen.


Umsetzung

Die Evaluation ergab, dass pro GenussbotschafterIn im Durchschnitt über 50 Kinder im Verlauf von neun bis zwölf Monaten an Ich kann kochen!-Angeboten teilnehmen. In den ersten fünf  Jahren der Initiative haben unsere rund 20.000 GenussbotschafterInnen somit über eine Million Kinder in Deutschland erreicht. Damit entfalten die Aktivitäten eine beeindruckende
Reichweite. Und sie wirken nachhaltig: Ein Kind nimmt in zwölf Monaten durchschnittlich neun Mal am pädagogischen Kochen teil. Fast die Hälfte der Angebote findet regelmäßig statt.

Wirkung

Insgesamt belegen die Ergebnisse der Evaluation, dass das gemeinsame Kochen die Motivation und die Kompetenzen für eine genussvolle Nahrungszubereitung der Kinder erhöht. Die GenussbotschafterInnen stellen dies nach bereits rund einem Jahr fest. Die größten Erfolge sehen sie im unmittelbaren Erleben (Spaß und Interesse an den Angeboten), aber auch im Wissensund Fähigkeitszuwachs der Kinder. Kinder aller sozialen Schichten profitieren von den Angeboten. Angesichts der Tatsache, dass Ernährungskompetenz stark einkommens- und bildungsabhängig ist, ist dies besonders relevant.

Zudem stellten die EvaluatorInnen fest, dass Kinder aus Kitas, in denen regelmäßig gekocht wird, relativ hohe Kompetenzen in der Nahrungszubereitung aufweisen (Kennen, Bewerten, Probieren und Verarbeiten von Lebensmitteln). Bei der Befragung kannten sie im Durchschnitt neun von zehn Obstund acht von zehn Gemüsearten. Sie waren mehrheitlich bereit, ihnen unbekanntes Gemüse und Obst zu probieren und konnten begründen, welches sie mögen und welches nicht. Fast alle Kinder konnten angeben, was sich aus Lebensmitteln, die sie mögen, herstellen lässt. Drei Viertel der befragten Kinder nannten sogar ein ganzes Gericht und kannten die einzelnen Arbeitsschritte, die es für die Zubereitung braucht. Auch GenussbotschafterInnen und Eltern  nehmen wahr, dass sich bei den Kindern etwas verändert. Die Mehrheit gibt an, dass die Kinder viel über ausgewogene Ernährung lernen, mehr Küchentechniken beherrschen und in der Feinmotorik Fortschritte machen. Außerdem sind sie aus Sicht der Eltern beim Kochen selbstständiger, sie kennen und beachten Küchenregeln und können sicherer mit dem Messer umgehen.

Auch die Kinder selbst erleben sich im Kochen als kompetent. Sie betonten in der Befragung ihre feinmotorischen Kompetenzen und sind stolz, dass sie etwas fürs Leben lernen – Familie und Freunde zu bekochen und sich selbst mit Essen versorgen zu können. Neben diesem Kompetenzerleben motivieren die soziale Eingebundenheit und das Autonomieerleben die Kinder auch intrinsisch für das Kochen und die Themen Essen und Ernährung. Ich kann kochen! trägt also im Kinderalltag Früchte: Sowohl GenussbotschafterInnen als auch Eltern berichten, dass die Kinder häufiger Lebensmittel probieren und sich ihr Essverhalten positiv verändert. GenussbotschafterInnen, Einrichtungsleitungen und Eltern werten daher die Aktivitäten der praktischen Ernährungsbildung im Rahmen von Ich kann kochen! als Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention bei den Kindern.

Ich koche gerne, weil es mir Spaß macht, Sachen zu vermischen.

Hailey, 8 Jahre, Hort der 8. Grundschule Dresden

Jetzt herunterladen:

„5 Jahre Ich kann kochen! – Praktische Ernährungsbildung, die wirkt“: Alle Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation und zur Wirkung von Ich kann kochen! auf einen Blick

 

Zum Bericht (PDF)